Fotoshooting

Für ein Interview in einer Textilzeitschrift musste ich vor einigen Wochen Fotos von meinen neuen Arbeiten machen.  Der Abgabetermin rückte näher und näher,  die Zeit wurde knapp, denn vor dem „shooting“ mussten erst einmal die Quilts fertig werden, über die ich in dem Artikel erzählen wollte. 


Blick in ihr Atelier mit Quilts an den Wänden
Neue Arbeit in der Mitte zwischen zwei Quilts die 2017 entstanden sind. 



So ein Interview ist eine perfekte Motivation, nicht nur die Gedanken zu sortieren, sondern auch im Atelier aufzuräumen und alles neu zu arrangieren. Das Gefühl ist unbeschreiblich, wenn sich nach monatelanger Arbeit der Kreis schließt und ich die neuen Arbeiten in Ruhe mit etwas Abstand betrachten kann. 

Wenn dann noch die Morgensonne durch das Fenster scheint und die Oberfläche von der Seite zart beleuchtet und wie zufällig einzelne Motive zum Leben erweckt, kann ich mich nicht satt sehen. Schon oft habe ich versucht diesen ganz besonderen Moment in einem Video festzuhalten. ABER ich stelle immer wieder enttäuscht fest, dass man es mit eigenen Augen erleben muss, denn meine Begeisterung und mein vor Freude hüpfendes Herz lässt sich nicht in einem Video einfangen. Technisch gesehen ist das Sonnenlicht zu grell, die Kontraste zu den dunklen Bereichen zu stark, meine Bewegungen mit dem Handy in der Hand zu wackelig und die zufälligen Hintergrundgeräusche zu unromantisch. Ich übe weiter - vielleicht packt mich der Ehrgeiz und ich verfeinere meine Technik, um die Schönheit der Natur einzufangen.  


Bis dahin muss uns das Bild genügen...

  " E A R L Y   M O R N I N G    I L L U M I N A T I O N "



EARLY MORNING ILLUMINATION




















Apropos Handy! Bilder von den verschiedenen Arbeitsschritten und Schnappschüsse mache ich tatsächlich aus Bequemlichkeit mit dem SmartPhone. Aufnahmen, die für den Druck gebraucht werden, benötigen aber eine möglichst hohe Auflösung: Deshalb war es mal wieder an der Zeit die Batterie meiner Spiegelreflexkamera aufzuladen, das Stativ aufzubauen und mein Wissen über ISO, Blende und Belichtungszeit aufzufrischen. Unglaublich wie schnell man diese Dinge vergisst, wenn man nicht ständig damit arbeitet. „Wo war nochmal der Knopf für den Selbstauslöser oder wie verbinde ich die Kamera via bluetooth mit dem Handy, damit ich es als Fernauslöser benutzen kann??“ Theoretisch könnte meine Kamera das! Mich damit auseinander zu setzten, kostet viel Überwindung. 


Studio Visit Jacqueline Heinz, Germany Wolfenbüttel
who is that woman in my studio :-))




Dieses Bild zeigt, wie ich durch das Atelier laufe, damit mich die Kamera in Bewegung unscharf fotografiert, nachdem ich den Selbstauslöser aktiviert habe. Ein Resultat, das man normalerweise vermeiden möchte, aber ich liebe diesen „Inkognitoeffekt“ (Bewegungsunschärfe) den Profis oft verwenden, wenn sie Kunstausstellungen fotografieren und Besucher mit im Bild sind.



Ich höre noch die Stimme meines Vaters im Ohr wenn er uns Kindern zurief:„  n i c h t   b e w e g e n " nachdem er uns vor schönen Oldtimern, Pferdekutschen und alten Dorfbrunnen platzierte und bevor er auf den Auslöser drückte. Damals im Zeitalter von kostspieliger analoger Fotografie war in seinen Augen jedes unscharfe Motiv ein misslungenes Bild und wurde gnadenlos aussortiert. 


Die Herausforderung bei diesem „Selbstversuch“ in meinem kleinen Atelier bestand darin,  innerhalb der Selbstauslöserzeit (ein Fernauslöser wäre jetzt ideal gewesen) so lässig wie möglich durch den Raum zu schlendern. Nach einigen Anläufen ist mir dieses Foto gelungen, das ich heute gerne mit euch teile. Es sind auch einige lustige Bilder entstanden, die ich vielleicht zum nächsten Halloween auf meiner Instagram Seite als "Story" mit dem Titel „Geist im Atelier“ veröffentliche. Bei den sogenannte „ S t o r i e s “ sind die Bilder nur für 24 Stunden sichtbar und werden dann aus dem Netz wieder gelöscht. Wer möchte denn bis in alle Ewigkeit durch's WWW geistern?



Wie es weitergeht mit meiner Faszination für unscharfe Bilder, 
verschwommenen Detailaufnahmen mit "Bokeh" 
in dem ich über meine Lieblingsorte erzähle 
und was das alles mit meinen Quilts zu tun hat, 
berichte ich das nächste Mal 
 vorausgesetzt es kommt nichts anderes dazwischen

:-)) 

Bis dahin eine schöne Zeit euch allen

 und ein kreatives     „K E E P  Q U I L T I N G“   an alle  Quilterinnen.

J a c q u e l i n e